Bernd F. Lunkewitz: Die Beschreibung eines Kampfes
1991 kaufte Bernd F. Lunkewitz von der Treuhand den bedeutendsten Belletristikverlag der DDR, den Aufbau Verlag. Zumindest war er davon ausgegangen, stellte jedoch später fest, dass die Treuhand gar nicht Besitzer dieses Verlages war, er somit nur eine »vermögenslose Hülle« erworben hatte, die er bis 2008 leitete. Obendrein musste er erkennen, dass das nicht irrtümlich oder unwissend geschehen war, sondern in voller Kenntnis der tatsächlichen Eigentumsverhältnisse. Seit 30 Jahren kämpft er mittlerweile vor Gericht gegen die Treuhandanstalt, von der er sich beim Verkauf des Aufbau-Verlags arglistig getäuscht sieht. Diese seit 1995 »Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben« genannte und vom Bundesministerium der Finanzen gesteuerte Behörde bezichtigt er mit vielen Belegen des Prozessbetrugs in allen Verfahren. Mit leidenschaftlicher Verve und präzisen juristischen Argumentationen beschreibt der Verleger seinen Kampf gegen die »staatlich organisierte kriminelle Vereinigung in den Behörden« und die Rechtsbeugungen einiger Gerichte, die nicht das Recht verteidigten, sondern die fiskalischen Interessen des Staates.
Das Gespräch mit Bernd F. Lunkewitz, heute in den USA lebend, moderiert Andreas Wang, Publizist, Buchautor und Vorsitzender der Sachbuchbestenliste. Das Buch »Der Aufbau Verlag und die kriminelle Vereinigung in der SED und der Treuhandanstalt« erschien 2021 im Europa Verlag.
Eintritt: 7,- / 5,- EUR
Veranstaltung des Literaturhauses Leipzig e.V. und des Europa Verlags im Rahmen des Literaturfestivals »Leipzig liest«