Michael Schikowski liest Rilke und spricht über sein Leben und Werk
Rainer Maria Rilke wäre im vergangenen Jahr 150 geworden, im Dezember 2026 hat er seinen 100. Todestag. Seine Gedichte sind vielen ein Leben lang geläufig, sie wirken bis heute. Auch die Intensität seiner Prosa strebte die vollkommene Erfassung des Gegenstands an. Höchstes handwerkliches Können war für ihn eine notwendige Voraussetzung des Schreibens, jede Äußerung, gerade auch die Briefe eingeschlossen. Im Brief an einen jungen Dichter nennt er sein Programm: Wie ein erster Mensch zu sagen, was wir sehen und erleben und lieben.
Im Journalismus, der sich zu seiner Zeit zu einem Höhenflug anschickte und zu dem er alle Gaben besaß, hätte er ein Auskommen gehabt. Aber er entschied sich dagegen, für ein prekäres und zugleich luxuriöses Dasein, wurde er doch vielfach ein Protegé der Reichen. Als Besucher von Tolstoi wurde er diesem lästig, als Sekretär Rodins produktiv. Auch in Worpswede hielt er sich auf, heiratete die Bildhauerin Clare Westhoff, und trennte sich bald darauf.
Neben einigen Gedichten werden vor allem die Prosawerke Rilkes wie die Geschichten vom lieben Gott, die unvergänglichen Briefe an einen jungen Dichter und die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge im Mittelpunkt dieses Abends stehen.
Michael Schikowski ist für Verlage und Buchhandlungen tätig und war Lehrbeauftragter an den Universitäten Bonn und Düsseldorf. Seit einigen Jahren hat er sich als Rezensent bei Deutschlandradio Kultur und mit literarischen Lesungen einen Namen gemacht.
Eintritt: 10,- / 7,- EUR ǀ Veranstaltung des Literaturhauses Leipzig e.V. Diese Veranstaltung teilen