Szenische Lesung mit Hannah Deibel, Anastasios Iakovou, Jakob Schmitz & Christoph Schmitz-Scholemann
»Reise durch die Odyssee in 60 Minuten« könnte der Titel dieses Abends lauten, der die zweieinhalbtausend Jahre alte Geschichte von der abenteuerlichen Reise des Odysseus in erfrischender, geraffter Form und humorvollem Ton vorstellt. Zahlreiche Anklänge der Odyssee an die Welt des 21. Jahrhunderts werden darin sichtbar - von Fragen der Geschlechtergerechtigkeit, des Umgangs mit Fremden, dem Alkoholmissbrauch bis zu den abschließenden Gewaltexzessen á la Quentin Tarantino und Martin Scorsese. Dreizehn Schlüssel-Szenen aus dem Epos hat Christoph Schmitz-Scholemann für die Lesung herausgegriffen, denen drei mitwirkende Studierende mit verteilten Rollen Leben einhauchten. Zu Wort kommen neben dem Helden Odysseus auch seine Frau Penelope, der Sohn Telemach, ein kulturloser Menschenfresser, ein göttlicher Schweinehirt, Zeus und Athene und eine alte Kinderfrau, die berühmte Halbgöttin Zirze, die Männer in Schweine verwandelt, und natürlich Nausikaa, die sich für gestrandete Seefahrer einsetzt.
Die Geschichte von der Seereise des Odysseus und der Abrechnung mit den Verehrern seiner Frau Penelope bietet spannenden Erzählstoff, Fluchterfahrungen, Männerdummheiten, Frauenklugheit, Trinkgelage und eine das alles überlagernde Liebesgeschichte. Die hier vorgelegte Übertragung von Christoph Schmitz-Scholemann macht das alte Epos auf neue Weise lesbar. Sie ersetzt das homerische Versmaß und den vertrackten Satzbau des Originals durch einladende, frei fließende, rhythmische Sprache. Dabei schimmern die poetische Anmut und der Ausdrucksreichtum des Originals immer durch. (Elsinor Verlag)
Eintritt frei
Kooperationsveranstaltung des Literaturhauses Leipzig mit dem Thüringer Literaturrat, dem Arbeitskreis für Vergleichende Mythologie e.V. und dem Übersetzerverein »Die Fähre« e.V.
Die Reihe »Literaturland Thüringen unterwegs« wird unterstützt vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.