Haus des Buches
Literaturhaus Leipzig

Veranstaltungen
© Foto: C. Brinkgreve © Jildiz Kaptein / E. Koopmann © Johannes van Engelhardt / G. de Vugt: Annaleen Louwes
20. März 2026 / 20 Uhr / Literaturcafé
LEIPZIG LIEST
Neue Literatur aus den Niederlanden
Über ihre neuen Bücher sprechen Christien Brinkgreve, Emy Koopman und Geertjan de Vugt mit Christoph Buchwald (Tommy Wieringa hat leider abgesagt):

Christien Brinkgreve »Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen« (dt. von Lisa Mensing, Hanser 2026)

Nach dem Tod ihres Mannes räumt Christien Brinkgreve das gemeinsame Haus um. Was wie eine äußere Routine erscheint, stößt bei ihr eine innere Bewegung an: Eine Frau blickt zurück - auf ihr Leben, ihre Ehe, ihre Rolle in der Familie und in der Welt. Was bleibt von den gemeinsamen Jahrzehnten? Wer war sie in der Beziehung, wer ist sie ohne sie? Und wie kann es sein, dass sie sich als selbstbestimmte Frau zwischen Liebe und fremden Erwartungen verloren hat? Brinkgreves mutiges Buch findet Worte für Schlüsselerfahrungen, die viele Frauen teilen. Eine radikal persönliche Rückschau, eine große und schonungslose Erkundung des Frauseins, des Alterns und der Lebensentscheidungen, die wir aus Liebe treffen.

Emy Koopman »Leichter Wahnsinn« (dt. von Ruth Löbner, weissbooks 2026)

Während der Dreharbeiten zu einer Doku-Serie in Québec werden die niederländische Journalistin Emy und ihr kanadischer Kollege A wegen eines Schneesturms im selben Hotelzimmer eines überbuchten Hotels untergebracht. Obwohl sie sich begehren, bleiben sie ihrer Partner wegen auf Distanz. Nach Emys Rückkehr nach Rotterdam beginnen sie einander zu schreiben. Es entspinnt sich eine emotionale Verbindung, die bald eskaliert. Das ist der Ausgangspunkt einer wilden Reise, einer intimen und kunstvollen Erzählung über das Abgleiten in die »Krankheit« der romantischen Besessenheit, die sich liest wie ein Thriller. Elegant verwebt Koopman ihre Erzählung mit Gedanken zu Literatur, Philosophie und Kunst, um zu reflektieren, wie wir uns in der Liebe selbst aufgeben. Sie erkundet den Schmerz und die Faszination des Regelbruchs - und den Kampf zwischen Selbstbeherrschung und Leidenschaft.

Geertjan de Vugt »Der Wunsch, zu verschwinden. Über Fingerabdrücke« (dt. von Lisa Mensing, Zsolnay 2026)

Der Fingerabdruck ist der Inbegriff persönlicher Identität. Seine Geschichte ist eine von Magiern, Detektiven, Wissenschaftlerinnen, Genies, Scharlatanen und Handleserinnen. In seinem fabelhaften Buch umkreist Geertjan de Vugt die sozialen, philosophischen, kunsthistorischen und existenziellen Themen rund um den Fingerabdruck und bewegt sich dabei zwischen Fakten und Erzählungen. Er erzählt von dem böhmischen Mediziner, der sich als Erster eingehend mit dem Fingerabdruck beschäftigt hat, und davon, wie er für Verträge und in der Kriminologie interessant wurde. Aber auch von jener Ärztin, die aus Virginia Woolfs Fingern gelesen haben wollte: »Ich glaube, Virginia Woolf ist gestört.« Eine rasante Reise durch die Geschichte mit verblüffenden Funden: ein reichhaltiges, gelehrtes und spielerisches Buch über unsere Besessenheit von Einzigartigkeit und Unsichtbarkeit.

Eintritt: 10,- / 7,- EUR ǀ Karten an der Abendkasse oder im Online-Vorverkauf: https://rausgegangen.de/events/neue-literatur-aus-den-niederlanden-mit-tommy-wieringa-chris-0/ ǀ Veranstaltung des Nederlands Letterenfonds / Dutch Foundation for Literature und des Literaturhauses Leipzig

Zu den Autor:innen:

Christien Brinkgreve wurde 1949 geboren und ist emeritierte Professorin für Soziologie. Sie forschte und publizierte zu den Beziehungen zwischen Männern und Frauen, zwischen Eltern und Kindern sowie zum Umgang mit Emotionen. Sie lebt in Amsterdam.

Emy Koopman, geboren 1985, ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und arbeitet als Autorin, Journalistin und Fernseh-Moderatorin. Ihr Debütroman Orewoet (2016) wurde für mehrere Literaturpreise nominiert. Ihr zweiter Roman Het Boek van alle Angsten (2020) schaffte es unter die Top 10 der neuen niederländischen Leseliste. Ihr hochgelobtes drittes Buch Leichter Wahnsinn (Tekenen van het universum) stand auf der Shortlist des Boon Literatuurprijs 2023.

Geertjan de Vugt, geboren 1985, ist Direktor des Erasmus-Preises. Zuvor war er lange Zeit Koordinator für Wissenschaft und Kunst an der Königlichen Akademie der Künste und Wissenschaften in Amsterdam. Er schreibt für »de Volkskrant« und die »Süddeutsche Zeitung« über Kunst, Poesie und Literatur und hat als Literaturwissenschaftler an der University of Wisconsin-Madison, an der Princeton University und am IFK in Wien gearbeitet.


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