Am 22. Februar 2025 wäre Hans Pfeiffer, Schriftsteller, Filmautor, Literaturtheoretiker, Dozent am und Leiter des Literaturinstituts »Johannes R. Becher« 100 Jahre alt geworden - Gedenkveranstaltung für einen Vielseitigen.
Auf dieser Veranstaltung der Initiative »Künstlerspur Leipzig« gedenken wir des 100. Geburtstages des Schriftstellers und Lehrers für junge Schriftsteller, Hans Pfeiffer. Er gehört zur Generation der durch Krieg und Nachkrieg notgedrungen viel zu früh Vollendeten. Nach Jahren im Krieg, in der Gefangenschaft und als Neulehrer fand er den Weg an die Universität Leipzig. Seit 1961, noch ehe er ausschließlich als Schriftsteller auftrat, publizierte Hans Pfeiffer bereits Kriminalromane. Sein außergewöhnlich umfangreiches Schaffen umfasst Krimis, Theaterstücke, Hörspiele, Fernsehspiele, historische Romane und literaturtheoretische Abhandlungen. Pfeiffer erreichte in der DDR ein Millionenpublikum und war einer der produktivsten Autoren. 1990 gaben die DDR-Verlage ihren Autoren die Rechte zurück und entledigten sich damit aller Pflichten. Pfeiffer gelang es im Unterschied zu sehr vielen anderen DDR-Autoren, im ersten Leipziger Privatverlag Fuß zu fassen. Neben neuen Büchern erschienen dort auch Nachauflagen seiner Bestseller wie »Die Sprache der Toten« oder »Die Spuren der Toten«. Seit 1965 war er Dozent und Professor für künstlerische Lehrtätigkeit am Leipziger Institut für Literatur »Johannes R. Becher«. Von 1985 bis 90 arbeitete er als Direktor dieser einzigartigen Schriftstellerschmiede, bei deren Nachfolgeinstitut wir zur Gedenkveranstaltung zu Gast sind. Hans Pfeiffer starb 1998, seine Ehefrau und seine Tochter leben in Leipzig.
Diese Veranstaltung ist eine der Ehrungen des neu gegründeten Projekts »Künstlerspur Leipzig«, das sich zum Ziel gesetzt hat, an aufrechte Leipziger Künstler zu erinnern, die mit ihren Werken dazu beigetragen haben, dass Leipzig das intellektuelle und künstlerische Zentrum der DDR war. Mitinitiator Helmuth Markov stellt die Initiative und die bereits aktiv Mitarbeitenden vor.
Dagmar Winklhofer-Bülow würdigt Hans Pfeiffer mit einer Rede zu seinem 100. Geburtstag. Thomas Loest berichtet über das spannungsreiche Verhältnis zwischen Bloch, Pfeiffer und Zwerenz. Die Titelgeschichte aus Pfeiffers »Der Selbstmord der Rosa Luxemburg« liest Elli Neuhaus. Der Wissenschaftler Siegfried Kätzel betreute zuletzt Pfeiffers Arbeiten; er und Germanistik-Professor Klaus Pezold sprechen über persönliche Erfahrungen mit dem Autor. Manfred Neuhaus liest aus dem von Helmut Seidel und ihm posthum veröffentlichten Essay »Bloch oder die verspielte Chance«.