Haus des Buches
Literaturhaus Leipzig

Veranstaltungen
© Foto: Gaby Waldek
14. September 2011 / 20 Uhr / Saal 3
Josef Haslinger
»Jáchymov«


Josef Haslinger liest aus »Jáchymov« (S. Fischer 2011).

Sie begegnen sich zufällig: der Verleger und die Tänzerin. Er sucht Heilung im alten Kurhotel von Jáchymov und stößt dabei auf das Grauen dieses Ortes. Die Tänzerin erzählt ihm eine Geschichte, die sie ihr Leben lang begleitet hat. Es ist die Tragödie ihres Vaters. Als Torwart der tschechoslowakischen Eishockey-Nationalmannschaft seit den 1930er Jahren ein Star, konnten ihn seine Erfolge nicht vor der Willkür des kommunistischen Regimes schützen. Er wurde verhaftet. Wie viele missliebige politische Häftlinge der vierziger und fünfziger Jahre landete er als Zwangsarbeiter in einer Uranmine bei Jáchymov. Fünf Jahre schuftete er dort im böhmischen Teil des Erzgebirges und wird dann als Todkranker entlassen. Seiner Familie bleibt nichts, als ihm beim langsamen Sterben zuzusehen. Die Tochter wird zur Chronistin einer ungewissen Erinnerung, der sie nicht mehr entkommen kann.

Josef Haslinger - für seine Bücher »Opernball« (1995), »Das Vaterspiel« (2000) und »Zugvögel« (2006) viel gerühmt und geehrt - erzählt in seinem neuen Roman eine Familiengeschichte, verstrickt in die Tragödien des 20. Jahrhunderts.

Josef Haslinger, 1955 in Zwettl/Niederösterreich geboren, lebt in Wien und Leipzig. Seit 1996 lehrt er als Professor für literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Haslinger erhielt zahlreiche Preise, zuletzt den Preis der Stadt Wien und den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels. Der Bericht »Phi Phi Island«, in dem er über den Tsunami in Südostasien erzählt, war für den Preis der Leipziger Buchmesse 2007 nominiert.

Moderation: Michael Hametner

Eintritt: frei. Veranstaltung von MDR Figaro - Kultur und gut.

Das Lesecafé wird ausgestrahlt im Kulturradio MDR Figaro am 25.9.2011, 16.05 Uhr bis 17.30 Uhr


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