Haus des Buches
Literaturhaus Leipzig

Veranstaltungen
© Foto: Marta d’Orey / Gonçalo Lobo Pinheiro / privat
22. Oktober 2020 / 19.30 Uhr / Literaturcafé
Literarischer Herbst 2020
Land der Unruhe
Ein literarischer Portugal-Abend mit Afonso Reis Cabral, Afonso Cruz und José Luís Peixoto
Portugal nimmt seit 2016 an der Leipziger Buchmesse teil und wird Gastland des kommenden Jahrgangs vom 27. bis 30. Mai 2021 sein. Fernando Pessoas spät entdecktes Meisterwerk »Buch der Unruhe«, 1985 zuerst auf Deutsch erschienen, gehört längst zur Weltliteratur und ist in aller Munde - ebenso wie José Saramago, der 1998 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. Doch was tut sich heute in der portugiesischen Literatur?

Der »Premio Saramago« wird an ein in portugiesischer Sprache verfasstes Werk junger Autoren unter vierzig Jahren verliehen, dessen erste Ausgabe in einem portugiesischsprachigen Land veröffentlicht wurde. Afonso Reis Cabral wurde 2019 für seinen Roman »P o de Açucar« mit dem renommierten Preis ausgezeichnet, sein Kollege José Luís Peixoto erhielt ihn bereits 2001. In Leipzig sprechen die beiden Autoren, die 2021 mit neuen Büchern in deutscher Sprache erscheinen werden, über das Vermächtnis des Werkes von José Saramago für die portugiesischsprachige Literatur und lesen Auszüge aus ihren Werken. Mit dabei ist auch einer der produktivsten Autoren der portugiesischsprachigen Welt, Afonso Cruz. Seine rund dreißig Romane, Theaterstücke, Sachbücher, Kinder- und Jugendbücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt; eben erhielt er das Literarische Residenzstipendium in Berlin.

Das Gespräch mit den Autoren führen die Literaturübersetzer Michael Kegler und Dania Schüürmann.

Afonso Reis Cabral wurde 1990 in Lissabon geboren, wuchs aber in Porto auf. Mit nur 15 Jahren veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband. Schlagartig bekannt wurde er 2018 mit seinem zweiten Roman »P o de Açúcar« (»Zuckerhut«) über die wahre Geschichte der Ermordung eines Transsexuellen (erscheint im Frühjahr 2021 bei Hanser in der Übersetzung von Michael Kegler). Mit 24 Jahren hatte Afonso Reis Cabral bereits den Roman »O Meu Irm o« (»Mein Bruder«) veröffentlicht und damit den Leya-Preis 2014 erhalten. Eine Wanderung entlang der Nationalstraße 2 durch Portugal verarbeitete er in seinem Buch »Leva-me Contigo« (2019).

Afonso Cruz, geboren 1971 in Figueira da Foz, studierte unter anderem an der Kunsthochschule Escola de Belas Artes in Lissabon und am Instituto Superior de Artes Plásticas auf Madeira. Seine wichtigsten Romane sind »Os Livros que Devoraram o Meu Pai« (Die Bücher, die meinen Vater verschlungen haben, 2009), ausgezeichnet mit dem Prémio Literário Maria Rosa Colaço, »A Boneca de Kokoschka« (Die Kokoschka-Puppe, 2010), für den er den Europäischen Literaturpreis erhielt, »Jesus Cristo Bebia Cerveja« (Jesus Christus trank Bier, 2012), den das Magazin Timeout zum besten Buch des Jahres wählte, und »Para Onde V o os Guarda-Chuvas« (Wohin Regenschirme gehen, 2013), prämiert mit dem Prémio Autores der Sociedade Portuguesa de Autores.

José Luís Peixoto, geboren 1974, studierte Moderne Sprachen und Literaturen (Englisch und Deutsch) an der Universidade Nova de Lisboa. Er ist Autor von Romanen, Gedichten, Theaterstücken sowie von Reiseliteratur und Kolumnen. Seine Romane wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Im Wiener Septime Verlag erschien 2015 sein Roman »Das Haus im Dunkel«, 2017 folgte »Friedhof der Klaviere«, im Frühjahr 2021 kommt der Roman »Galveias«.

Michael Kegler, geboren 1967 in Gießen, ist in Liberia, Brasilien und Oberhessen aufgewachsen. Nach dem Studium in Gießen und Frankfurt/Main war er Mitarbeiter der Frankfurter Spezialbuchhandlung TFM für portugiesische Literatur und Musik, seit 1997 ist er freier Übersetzer und Kulturvermittler. Seit 2001 betreibt er die Website www.novacultura.deüber Literatur aus dem portugiesischen Sprachraum. Michael Kegler wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Straelener Übersetzerpreis (2014) und dem Internationalen Hermann-Hesse-Preis (2016).

Dania Schüürmann, 1981 in Münster geboren, ist freie Literaturübersetzerin, Autorin und lehrt Deutsch als Fremdsprache. Nach einen freiwilligen sozialen Jahr in La Paz, Bolivien studierte sie Sozial- und Kulturanthropologie in Amsterdam und Pernambuco, Brasilien, danach Interdisziplinäre Lateinamerikastudien in Berlin. Ihre Dissertation schrieb sie zu Personifikation und Prosopopoeia in der brasilianischen Literatur.

Eintritt: 4,- / 2,- EUR. Anmeldung erforderlich unter 0341 30 85 10 86 oder tickets@literaturhaus-leipzig.de

Veranstaltung des Literarischen Herbstes 2020 und des Literaturhauses Leipzig e. V. in Zusammenarbeit mit der Botschaft von Portugal und dem Portugiesischen Kulturzentrum Camões Berlim


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