Ein Gespräch über den Osten mit Ilko-Sascha Kowalczuk (Bodo Ramelow musste aus Termingründen leider absagen.)
Vieles von dem, was nach 1990 im Osten schiefgelaufen ist, lässt sich aus Versäumnissen und Fehlern im Vereinigungsprozess erklären. Anderes geht auf überzogene Erwartungen und ein falsches Verständnis von Freiheit zurück. So ist eine toxische Stimmung entstanden, die immer größere Teile der Bevölkerung erfasst - nicht nur im Osten, sondern auch im Westen. Denn die »neue Mauer« verläuft nicht nur entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze, sondern auch zwischen den Verteidigern der Demokratie und jenen, die sie - gezielt oder leichtfertig - in Gefahr bringen.
Ilko-Sascha Kowalczuk ist einer der besten Kenner der DDR-Geschichte und seit vielen Jahren ein ebenso kritischer wie kluger Beobachter des Vereinigungsprozesses. Die FAZ nannte ihn den »Punk unter den deutschen Historikern«. Mit Bodo Ramelow (der aus Termingründen leider an diesem Abend doch nicht dabei sein kann) hat er sich zusammengesetzt, um nach den Ursachen für die Wahlergebnisse der AfD in den neuen Bundesländern und nach den Perspektiven für unsere Demokratie zu fragen. Inn dem entstandenen Buch lassen die beiden es nicht an deutlichen Worten fehlen und gelangen zu einem sehr differenzierten Bild der deutsch-deutschen Gegenwart. (C.H. Beck 2025)